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Sommerweiden gibt's seit rund 4.000
Jahren. Schon in der Mittelsteinzeit, also etliche Jahrtausende vor Christi
Geburt, war der Alpenraum von Menschen besiedelt. Damals zogen Nomaden über
die Alpwiesen oberhalb der Baumgrenze und folgten den wandernden Wildschaf-
und Wildziegenherden. Vermutlich seit der Bronzezeit, also etwa 1.800 bis
1.500 Jahre vor Christus, besaßen die frühen „Älpler“ schon eigene
Viehherden, mit denen sie die Sommerweiden besuchten.
Auch in der Römerzeit wurde
offensichtlich Almwirtschaft betrieben, wie eine römische bronzene Kuh- und
Pferdeglocke aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. beweist, die auf dem Weg zum
Nebelhorn gefunden wurde. Darüber hinaus gibt es schriftliche Zeugnisse
u.a. von Plinius, in denen die Römer vom Alperikäse der Kelten schwärmten.
Verschiedene Urkunden belegen, dass eine Bewirtschaftung der Alpen
ebenfalls im frühen Mittelalter erfolgte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt
die Alpwirtschaft einen zuvor ungeahnten Aufschwung. Ursache dafür war der
Niedergang des Flachsanbaus - das blaue Allgäu wandelte sich zum grünen
Allgäu. Besonders viel zu verdanken haben die Allgäuer den „Käsmachern“
Karl Hirnbein und Johann Althaus, die den Allgäuern die Herstellung von
„Limburger“ und „Emmentaler“ nahe brachten.
Heute dauert ein Alpsommer im Oberallgäu in der Regel
100 Tage. Meistens werden ab Juni die Tiere auf die Alpen getrieben und bis
spätestens Mitte September wieder ins Tal gebracht. Wurden im 19.
Jahrhundert noch viele „Galtalpen“, wo Jungtiere ihren „Sommerurlaub“
verbringen, in Sennalpen umgewandelt, wo Milchkühe „sömmern“, so kehrt sich
der Trend jetzt langsam wieder um. Das Buttern und Käsen in großen Mengen
ist auf der Alpe unrentabel geworden. Im Bereich der Hörnerdörfer werden
von den 22 Alpen aber noch elf als Sennalpen geführt. Viele von den Alpen
sind bewirtschaftet. Dort kann sich der Besucher ein Glas frische Milch und
eine kräftige Brotzeit servieren lassen.
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