Die Sturmannshöhle

 

 

 

Die Sturmannshöhle im Schwarzenberg zwischen Tiefenbach und Obermaiselstein ist die einzige begehbare Natureiszeithöhle im Allgäu.

 

Beim Hirschsprung (Wanderparkplatz) zeigt ein Wegweiser den Weg zur Sturmannshöhle. Über einen schattigen Waldweg erreicht man in einer ¼ Stunde die Höhlenkasse. Von dort ist es nur noch ein kleiner Aufstieg bis zum Höhleneingang in der Flanke des Schwarzenbergs. Der gemütliche Berggasthof Sturmannshaus liegt gleich am Eingang der Sturmannshöhle und bietet einen herrlichen Panoramablick auf Obermaiselstein und die Allgäuer Berge.

 

 

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In der Höhle kann man die geheimnisvolle, faszinierende Welt der großen Eiszeit erleben. Ein gesicherter und ungefährlicher Weg führt durch mehr als 6.000.000 Jahre alte Gesteinsformationen. Vorbei an hohen Felskaminen, über Stege, die Felsspalten überbrücken, erlebt man mitunter ein Stück Allgäuer Innenleben fast hautnah. Begleitet vom Rauschen und Tosen des Höhlenwassers, geht es auf 180 Stufen hinab zum wohl abenteuerlichsten Teil der Höhle, dem Höhlensee und die abfließenden Wasser, die im Bergsiphon verschwinden und etwa 300 m weiter östlich als Fallbach zutage treten. Nur eines sollte man nicht vergessen: Auch an den wärmsten Sonnentagen liegt die Temperatur in der Sturmannshöhle bei etwa fünf Grad über Null.

 

 

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Das Gestein der Sturmannshöhle wurde bei der Auffaltung der Alpen (Orogenese) um fast 90 Grad gekippt. Deshalb entstand die Höhle entlang einer annähernd senkrecht fallenden Schichtfuge! Der Höhlenquerschnitt ist fast auf der ganzen Länge spaltenförmig.

 

Im hinteren Teil der Höhle, der rund 60 m tiefer liegt, fließt ein Höhlenbach. Hier ist die Höhle noch aktiv und die Fortsetzung ist aufgrund zahlreicher Siphons nicht erforscht. Als aktive Wasserhöhle weist sie natürlich keine Sinterbildungen auf.

 

Das Wasser des Höhlenbachs tritt in der Fallbachsursprungshöhle wieder zu Tage. Dies wurde durch Färbversuche nachgewiesen. Die Karstquelle hat eine mittlere Schüttung von 15 l/s, das Wasser eine Temperatur von 4 - 6 Grad Celsius.

 

Der hintere Teil der Sturmannshöhle hat eine sackartige Form. Dadurch, und durch die sowieso niedrigeren Temperaturen in den Alpen durch die größere Meereshöhe, haben sich hier Reste eiszeitlicher Gletscher erhalten. Ein Eisrest von einigen Kubikmetern Volumen wurde auf seinen Polleninhalt untersucht, was ein Alter von ungefähr 20.000 Jahren ergab. Dies ist die Zeit der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit.

 

Im Jahre 1815 unternahm der Allgäuer Heimatforscher Dr. Geiger einen ersten Versuch in die Höhle einzudringen, weit kam er jedoch nicht. Ebenso wie der Revierförster Wacker aus Fischen, der bei einer Untersuchung des Höhleninneren beinahe erstickt wäre, „da seine Begleiter sich einfallen ließen, am Höhleneingang ein Feuer zu entzünden“. Von 1904 – 1905 ging der neugegründete Höhlenbauverein, zu dessen Beitritt sich lediglich 9 Obermaiselsteiner Bürger bewegen ließen, sofort daran, die Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bereits im Sommer 1906 besuchten 2.800 Personen mit Kerzen ausgerüstet die Sturmannshöhle „nicht immer ohne Angst“, wie die Quellen berichten. Heute zählt die Höhle etwa 50.000 Besucher pro Jahr.

 

Von der Sturmannshöhle handeln mehrere Sagen. Eine berichtet von einem Schatz, eine andere von Wilden Fräulein, die in der Höhle gehaust haben sollen. Der Name der Höhle geht wahrscheinlich auf das mittelhochdeutsche Wort Sturmatz zurück, das soviel wie Lärm oder Getöse heißt.

 

Sturmannshöhle

Haubenegg, 87538 Obermaiselstein

Auskunft: Kassenkiosk

aktuelles Infotelefon: 0 83 26 – 3 83 09

 

Führungszeiten (Dauer ca. 30 Minuten ab Höhleneingang):

Sommersaison Mai bis Anfang November täglich 09.30 Uhr, 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr, 16.30 Uhr

Wintersaison 26.12. bis Sonntag nach Ostern täglich 11.00 Uhr, 12.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr, 15.00 Uhr und 16.00 Uhr

 

 

 

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