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Das
Gestein der Sturmannshöhle wurde bei der Auffaltung der Alpen
(Orogenese) um fast 90 Grad gekippt. Deshalb entstand die Höhle entlang
einer annähernd senkrecht fallenden Schichtfuge! Der
Höhlenquerschnitt ist fast auf der ganzen Länge
spaltenförmig.
Im
hinteren Teil der Höhle, der rund 60 m tiefer liegt, fließt ein
Höhlenbach. Hier ist die Höhle noch aktiv und die Fortsetzung ist
aufgrund zahlreicher Siphons nicht erforscht. Als aktive Wasserhöhle
weist sie natürlich keine Sinterbildungen auf.
Das Wasser des Höhlenbachs tritt in
der Fallbachsursprungshöhle wieder zu Tage. Dies wurde durch Färbversuche
nachgewiesen. Die Karstquelle hat eine mittlere Schüttung von 15 l/s,
das Wasser eine Temperatur von 4 - 6 Grad Celsius.
Der
hintere Teil der Sturmannshöhle hat eine sackartige Form. Dadurch, und
durch die sowieso niedrigeren Temperaturen in den Alpen durch die
größere Meereshöhe, haben sich hier Reste eiszeitlicher
Gletscher erhalten. Ein Eisrest von einigen Kubikmetern Volumen wurde auf
seinen Polleninhalt untersucht, was ein Alter von ungefähr 20.000
Jahren ergab. Dies ist die Zeit der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit.
Im Jahre 1815 unternahm der Allgäuer
Heimatforscher Dr. Geiger einen ersten Versuch in die Höhle
einzudringen, weit kam er jedoch nicht. Ebenso wie der Revierförster
Wacker aus Fischen, der bei einer Untersuchung des Höhleninneren
beinahe erstickt wäre, „da seine Begleiter sich einfallen
ließen, am Höhleneingang ein Feuer zu entzünden“. Von
1904 – 1905 ging der neugegründete Höhlenbauverein, zu
dessen Beitritt sich lediglich 9 Obermaiselsteiner Bürger bewegen
ließen, sofort daran, die Höhle für die Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Bereits im Sommer 1906 besuchten 2.800 Personen
mit Kerzen ausgerüstet die Sturmannshöhle „nicht immer ohne
Angst“, wie die Quellen berichten. Heute zählt die Höhle
etwa 50.000 Besucher pro Jahr.
Von
der Sturmannshöhle handeln mehrere Sagen. Eine berichtet von einem
Schatz, eine andere von Wilden Fräulein, die in der Höhle gehaust
haben sollen. Der Name der Höhle geht wahrscheinlich auf das
mittelhochdeutsche Wort Sturmatz zurück, das soviel wie Lärm oder
Getöse heißt.
Sturmannshöhle
Haubenegg, 87538 Obermaiselstein
Auskunft:
Kassenkiosk
aktuelles Infotelefon: 0 83 26 – 3
83 09
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